KKBK - Grundannahmen Teil 3

 Theoretische Grundannahmen der Fachschule für Sozialpädagogik im KKBK  Hagen

Im Kontakt mit der Praxis beziehen wir uns auf die Bildungsvereinbarung NRW bzw auf den ins KiBiz übertragenen Bildungsauftrag der Kindertageseinrichtungen

KiBiZ: 㤠2

Auftrag des Kindergartens

(1) Der Kindergarten ist eine sozialpädagogische Einrichtung und hat neben der Betreuungsaufgabe einen eigenständigen Erziehungs- und Bildungsauftrag als Elementarbereich des Bildungssystems. Die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes und die Beratung und die Information der Erziehungsberechtigten sind von wesentlicher Bedeutung; der Kindergarten ergänzt und unterstützt dadurch die Erziehung des Kindes in der Familie“…LANDTAG NORDRHEIN-WESTFALEN - 14. Wahlperiode Drucksache 14/4410 49 (internetlink siehe nach folgendem Text)

Begründung des Ministeriums zu § 13 des KiBiZ:.

„Förderung in Kindertageseinrichtungen

Zu § 13 Zu Absatz 1

In § 13 wird die Umsetzung des Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrages näher umschrieben.

Dabei orientiert sich die Präzisierung an der „Bildungsvereinbarung – NRW –

Fundament stärken - erfolgreich starten“, in der sich die Vertragsparteien (s. o. Begründung

zu § 11 Abs. 2) auf einige Bildungsziele selbstverpflichtet haben. Dieser folgend erfordert die

Bildungsarbeit ein eigenes träger- oder einrichtungsspezifisches pädagogisches Konzept.

Zu Absatz 2

Die Bildungs- und Erziehungsarbeit leistet einen Beitrag zu mehr Chancengleichheit, unabhängig von Geschlecht, sozialer oder ethnischer Herkunft, und zum Ausgleich individueller Benachteiligungen. Der Erwerb sozialer Kompetenzen wie Verantwortungsbereitschaft, Gemeinschafts- oder Kommunikationsfähigkeit sowie Toleranz und interkulturelle Kompetenz gehören dazu. Der Begriff der kulturellen Fähigkeiten umfasst auch die so genannten Grundfertigkeiten.

Hierbei sollen die Möglichkeiten und die individuelle Vielfalt der Handlungen, Vorstellungen, Ideen, Werke, Problemlösungen des Kindes berücksichtigt werden. Dieser Anforderung entsprechen die in Abs. 2 genannten Ziele der pädagogischen Arbeit. Es wird daher eine zentrale Aufgabe der Tageseinrichtung und der Kindertagespflege sein, ihr pädagogisches Konzept und ihre Praxis so auszugestalten, dass diese Ziele - gemeinsam mit den Eltern - erreicht werden.

Zum pädagogischen Konzept gehört auch, dass das Kind neben der Aneignung von Wissen und Fertigkeiten in allen seinen möglichen vor allem in den sensorischen, motorischen, emotionalen, ästhetischen, kognitiven, sprachlichen sowie mathematischen und naturwissenschaftlichen Entwicklungsbereichen individuell begleitet, gefördert und herausgefordert wird.

Ziel des Bildungs- und Erziehungsprozesses ist die Entwicklung des Kindes zu einer selbstbewussten, eigenständigen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit.

Zu Absatz 3

Kinder und Jugendliche ihrem Entwicklungsstand entsprechend an allen Entscheidungen der öffentlichen Jugendhilfe zu beteiligen (§ 8 SGB VIII) entspricht dem Anspruch der Partizipation.

Zu Absatz 4

Zur Sicherung der Qualität der Bildungs- und Erziehungsarbeit sind die Beobachtung der Bildungsbiografie des einzelnen Kindes und ihre regelmäßige Dokumentation notwendig. Dementsprechend statuiert das Gesetz in Absatz 2 die Pflicht, zur individuellen Förderung des Kindes seine Entwicklung immer wiederkehrend, zielgerichtet und ganzheitlich zu beobachten und dies regelmäßig zu dokumentieren, soweit die schriftliche Zustimmung der Eltern vorliegt. Die Einbeziehung der Eltern in diesen Prozess ergibt sich bereits aus den §§ 2 Abs.1 und 9 Abs. 1 dieses Gesetzes. Sie ist nicht allein aus datenschutzrechtlichen Gründen notwendig, sondern auch pädagogisch sinnvoll, denn sie erweitert die Sichtweisen des pädagogischen Personals auf das Kind und bietet die Möglichkeit, die Förderung des Kindes in der Familie weiter zu führen. Die Bildungsdokumentation sollte in jedem Fall die Sprachentwicklung des Kindes aufzeigen. Beobachtung und Dokumentation dürfen jedoch nicht so verstanden werden, dass jedes einzelne Kind einer permanenten, kontinuierlichen Beobachtung zu unterziehen und jede Lebensäußerung des Kindes in Bögen oder Formblättern nach bestimmten Kriterien zu erfassen ist. Derartige Personenprofile wären ein unzulässiger Eingriff in das Recht auf informationelle Selbstbestimmung.“

Aus:  http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD14-4410.pdf