Phasen der Ausbildung

Die Ausbildung zur Staatlich anerkannten ErzieherIn an der Fachschule für Sozialpädagogik ist nach dem Lernfeldkonzept strukturiert. Die vier nachfolgend abgebildeten Lernfelder werden in der Ausbildung im Sinne eines Spiralcurriculum immer wieder in neuen Kontexten durchlaufen um das pädagogische Handlungswissen so immer weiter zu vertiefen.

 

Lernfeld 1:    Kinder und Jugendlichen in ihrer Lebenswelt verstehen und Beziehungen zu ihnen entwickeln.

Lernfeld 2:    Gruppenpädagogisch handeln und soziales Lernen fördern

Lernfeld 3:    Entwicklungs- und Bildungsprozesse unterstützen

Lernfeld 4:    Professionell in sozialpädagogischen Einrichtungen arbeiten

 

Hinweis:

Konkretisierungen im Hinblick auf die einzelnen Praktikumsblöcke sind den jeweiligen Praktikumsaufgaben zu entnehmen.

 

Die Darstellung der Lerninhalte ist nach Unterstufe, Mittelstufe und Berufspraktikum getrennt:

 

Unterstufe

Praxisorte: Tageseinrichtungen für Kinder von 0-6 Jahren

Aufgaben/Anforderung für die Praxisphasen

Unterrichtsinhalte

1.Praktikum: „Rollenwechsel“

 

Im ersten Praktikum erwartete Leistungen/Kompetenzen:

ž Selbstständige Kontaktaufnahme mit Praxisanleitung zu Beginn/Vorstellung und Erläuterung der Praktikumsaufgaben

ž Selbst initiierte Absprachen bzgl. der Praxisbesuche

ž Erfassen der Räumlichkeiten und Möglichkeiten der Einrichtung

ž Kontaktaufnahme zu Kindern

ž Kommunikation mit Kindern erfolgt kind- und altersgerecht und auf Augenhöhe.

ž Erste Übernahme von Mitverantwortung für die Gruppe

 

2. Praktikum: „Fremdwahrnehmung/Analyse von Bildungsinteressen“

 

Im zweiten Praktikum erwartete Leistungen/Kompetenzen (zusätzlich zu den im 1. Praktikum erwähnten):

ž Vollständige Vorlage der für den Besuch erforderlichen Unterlagen (Beobachtungsbögen, inkl. Analyse, schriftliche Planungen unter Berücksichtigung der formalen Vorgaben wissenschaftlichen Arbeitens, etc.)

ž Schriftlich festgehaltene und begründet analysierte Beobachtungen von verschiedenen Kindern mit unterschiedlichen Bildungsinteressen

ž Reflexion der Entwicklungsbedürfnisse der Kinder, möglichst mit Praxisanleiter/innen.

ž Umsetzung erster Ideen für passende Impulse, die das Bildungsinteresse der beobachteten Kinder fördern.

ž Entwicklung und Erprobung persönlicher Entwicklungsziele

ž Findung der eigenen Rolle bei der alltäglichen Arbeit mit Kindern

 

3.Praktikum: „Entwicklung eines pädagogischen Konzeptes“

 

Im dritten Praktikum erwartete Leistungen/Kompetenzen (zusätzlich zu den in den vorherigen Praktika erwähnten):

 

ž Regelmäßige Beobachtung mit Hilfe des Beobachtungsbogens

ž Angeleitete Aktivitäten, evtl. aufeinander aufbauend, durch Aufgreifen der Anregungen der Kinder

ž Zunehmend selbstkritischere und begründete mündliche und schriftliche Reflexion des eigenen pädagogischen Verhaltens/ Handelns in der Praxis.

ž Verstärkte Übernahme von Aufgaben im Tagesablauf der Gruppe, sowie Mitverantwortung  für die Einrichtung

 

Zusammengefasste Unterrichtsziele Unterstufe:

Die Studierenden können:

ž Beobachten

ž Entwicklungsbedürfnisse und Bildungsinteressen erkennen und benennen

ž daraufhin angeleitete Aktivitäten erarbeiten und durchführen

ž weiterführende Anregungen geben, die an der begründeten angeleiteten Aktivität (s.o.) ansetzen.

ž pädagogisches Handlungswissen im Kindergartenalter sicher anwenden

 

Berufsrollenseminar/Lebensverhält-nisse der Kinder heute/ Alltagsanforderungen in der Einrichtung

 

Bildungsvereinbarung/(KiBiz)

ž Verständnis von frühkindlicher  Bildung

ž Der positive Blick auf das Kind; Bildungsbereiche

ž Selbstbildungspotenziale

ž Analyse von Bildungsinteressen

 

Wahrnehmung

 

Beobachtung

(u.a  Gerd E. Schäfer; Übung mit modifiziertem Beobachtungsbogen nach Laewen)

 

Pädagogisches Handlungswissen:

ž Planung von Impulsen und angeleiteten Aktivitäten

ž Gestaltung des Alltags in der Kindertageseinrichtung (STP und alle berufsbezogenen Fächer)

ž Beziehungsgestaltung zum Kind/

ž Bindungstheorie

ž Beziehungsaufbau, -entwicklung, -pflege

ž Das Kind in der Gruppe

ž Soziale Kommunikation

ž Eingewöhnungsphasen in KiTas nach Hebenstreit-Müller

ž Entwicklungsförderung u.a. nach Emmi Pikler

ž Erziehungsstile

ž

Entwicklung des Kindes von 0-6 Jahren:

ž Übersicht der Merkmale nach Alter, dann:

ž Kognitive E. (Piaget)

ž Emotional/Soziale E., u.a. Erikson

ž Sprachentwicklung (in Kombination mit dem Fach Deutsch)

ž Motorische E. (in Kombination mit dem Fach Bewegungs- und Gesundheitserziehung)

 

zweiwöchige Vertiefung jeweils:

ž Thematik U3, u.a. E. Pikler

ž Bildung für nachhaltige Entwicklung

ž Nahrungszubereitung mit Kindern und für Kinder

 

 

Arbeiten nach dem Konzept

„Aus Geschichten lernen“ nach Gruschka/

Reflexion ausgewählter Handlungsweisen.

 

Die pädagogische Grundhaltung wird an den aus den Handlungssituationen entwickelten pädagogischen Handlungsweisen fortwährend thematisiert

 

Mittelstufe

Praxisorte: OGS, Jugendzentren, Einrichtungen der Erziehungshilfe 

Aufgaben/Anforderung für die Praxisphasen

Unterrichtsinhalte

4.Praktikum:Erarbeitung eines Konzepts pädagogischen Handelns“

 

Die Studierenden:

ž erfüllen alle Anforderungen der Unterstufe und

ž können eine Reihe von angeleiteten Aktivitäten (Projekt) zusammen mit Kindern und Jugendlichen initiieren

 

Im vierten Praktikum erwartete Leistungen/Kompetenzen: (zusätzlich zu den in der Unterstufe erwähnten):

Erkennen und professionelles Anpassen der eigenen Rolle bei veränderten Arbeits- und Rahmenbedingungen im Hinblick auf die Arbeit mit älteren Kindern und Jugendlichen.

Kenntnisse über Strukturen der OGS, dem Heimbereich sowie von Konzepten der offenen Jugendarbeit.

Veränderung des Kommunikationsverhaltens im Hinblick auf die veränderte Alters-/Zielgruppe

 

Projektarbeit:

Beobachtungssituation/ Bildungsinteresse als Ausgangspunkt für ein Projekt, das langfristig dem/den teilnehmenden Kind/Kindern bzw. dem /den Jugendlichen eine Förderung ihrer Entwicklungsziele bietet.

Markante Aspekte des Projektes sind:

Eigeninitiative

Forschendes Handeln

Selbsttätigkeit der Kinder/Jugendlichen

Fähigkeit zur selbstkritischen, begründeten Reflexion

 

Fach Projektarbeit:

5.Praktikum mit dem Schwerpunkt

„Themen zumuten“:Erarbeitung eines Konzepts pädagogischen Handelns“,

Entwicklung einer Projektidee, die über die individuellen Bildungsinteressen der Kinder/Jugendlichen hinausgeht. Wünsche von Einrichtungen werden aufgenommen/individuelle Ideen werden an eine Einrichtung herangetragen. Intention: ein Beitrag zur nachhaltigen Konzeptentwicklung für die Einrichtung: der Projektgedanke/das Konzept soll für Kinder, Jugendliche, Fachkräfte, usw. auch nach dieser Phase noch weiterhin nutzbar sein.

Die praktisch/pädagogische Umsetzung erfolgt auf der Grundlage einer fachlich/theoretischen Auseinandersetzung mit dem Themenbereich.

Die Studierenden können:

Ideen umsetzen, Projekte konzipieren und diese unter Einbeziehung der Kinder/Jugendlichen/ Erwachsenen/Fachkräfte in Planung und Durchführung umsetzen.

Erwartete Leistungen/Kompetenzen:

Selbstständige, Kriterien geleitete Problem- und Themenfindung in einer Kleingruppe,

selbstständige Teamarbeit über den gesamten Arbeitsprozess/‑zeitraum (Aufteilung und Organisation der Arbeiten in einer kooperierenden Einrichtung, etc.).

 

Entwicklung des Kindes 6-12J.:

-    Übersicht der Merkmale

nach Alter, dann:

- Moralische E. Kohlberg-

- Erkenntnisse der

Hirnforschung

- Motorische Entwicklung

 

Sozialisations- und Lerntheorien

ž Operante Konditionierung

ž Modelllernen

ž Individualpsychologie

ž Konstruktivistische Lerntheorie incl. aktueller Ergebnisse der Hirnforschung

 

Jugendsoziologie

(Jugendkultur, Entwicklungsprozesse in der Adoleszenz, u.a. Identitätsbildung, Stellenwert der Peergroups, hirnorganische Veränderungen)

 

Pädagogisches Handlungswissen:

ž Kenntnisse über die pädagogischen Arbeitsweisen sowie Strukturen in den unterschiedlichen Einrichtungen im Hinblick auf die jeweilige Zielgruppe (familienergänzenden und familienersetzenden Hilfen zur Erziehung, am Beispiel OGS, Jugendzentrum, Heim)

ž Institutionelle Konzeptionen.

ž Vernetzungen in Kinder- und Jugendarbeit

ž Verhaltensauffälligkeiten, Erkennen schwieriger Lebensverhältnisse

ž Eltern- und Familienarbeit Kindeswohlgefährdung (SGB VIII §8A)

 

Geschlechterdifferenz

 

Pädagogiken und pädagogische Konzepte:

Reggio, Situationsansatz, Early-excellence, Montessori, Waldorf, etc.

 

Projektarbeit

 

 

 

Kompetenzen und Aufgabenbereiche

im Berufspraktikum

(Entstanden in Kooperation zwischen Fachschule für Sozialpädagogik

am Käthe-Kollwitz Berufskolleg Hagen und sozialpädagogischem Beirat Stand 03.2011)

Teamarbeit

  • · Erkennen der Struktur der Arbeit im Team
  • · Erproben und Ausbau der Kommunikations- und Interaktionskompetenzen
  • · Erstes kollegiales Arbeiten im neuen Team und /oder Arbeiten mit dem Gruppenteam an einer komplexen Aufgabe
  • · Koordination von Aufgaben
  • · Vorstellung/Einbringung eigener Ideen im Team
  • · Interesse des eigenen Verantwortungsbereichs vertreten
  • · Kollegiale Fallberatung
  • · Leitung eines Fachgesprächs/Vorbereitung und Leitung einer Sitzung des Teams
  • · Umsetzung einer Teamentscheidung

Bildungsarbeit

  • · Bildungsprozesse erkennen durch Beobachtungen
  • · Bildungsinteressen herausfiltern, aufnehmen und weiterführen
  • ·
  • · mit (in der Einrichtung) vorhandenen Dokumentationsverfahren kennenlernen und auseinandersetzen
  • · Wahrnehmen und Mitgestaltung der Portfolioarbeit in der Einrichtung (wenn vorhanden)

Elternarbeit

  • · Methoden der Elternarbeit
  • · Strukturen der Elternarbeit in der Einrichtung erkennen
  • · Erproben und Ausbau der Kommunikations- und Interaktionskompetenzen
  • · Tür- und Angelgespräche führen
  • · Übernahme von Teilaufgaben im Rahmen der Elternarbeit
  • · Vorbereitung und Hospitation eines Beratungsgesprächs
  • · Herbeiführen und Gestalten der aktiven Mitarbeit von Eltern
  • · Vorbereiten und Durchführen einer themenbezogenen Elternaktion unter Einsatz von Prinzipien des Erwachsenenlernens

Öffentlichkeitsarbeit

  • · Wahrnehmen der unterschiedlichen Formen der Öffentlichkeitsarbeit in der Einrichtung
  • · Mitarbeit bei der Gestaltung von Materialien/Medien der Öffentlichkeitsarbeit
  • · Veranstaltungen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit mitplanen/durchführen
  • · Teile von Veranstaltungen im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit eigenverantwortlich planen und durchführen

Verwaltungsarbeit

  • ·
  • · Teilnahme an /Hospitation bei Aufnahmegesprächen
  • · Verwaltungsabläufe der Einrichtung kennenlernen

Schwerpunkt aus der Besonderheit der Praxisstelle z.B.

  • ·
  • · Umsetzungsmöglichkeiten im Rahmen dieser Konzeption wahrnehmen und ausgestalten

Pädagogische Prozesse im Gruppenalltag strukturieren und reflektieren

  • · Festgestaltung
  • · Pflege und Versorgung
  • · Schaffung und Umsetzung von Tagesstrukturen
  • · Kommunikationsprozesse initiieren und begleiten
  • · Konfliktlösestrategien kennen und anwenden
  • · Eigene Handlungsweisen professionalisieren (analysieren und reflektieren)
  • · Entwicklungsprozesse erkennen und begleiten

Arbeit in Netzwerken

  • · Kooperationspartner kennen und mit ihnen zusammenarbeiten
  • · Sozialraumanalyse
    • · Übergänge gestalten

Institution und Team entwickeln

  • · Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, pädagogischen, rechtlichen und politischen Veränderungen