„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" ist das größte Schulnetzwerk in Deutschland, dem über 4.000 Schulen mit rund zwei Millionen Schüler:innen angehören. Mit der Aufnahme verpflichtet sich Schulgemeinschaft aktiv, Haltung zu zeigen, gegen jede Form von Diskriminierung einzutreten und kontinuierlich Projekte durchzuführen, die Vielfalt, Respekt und Courage fördern.
Ein Fest der Vielfalt – gestaltet von Schüler:innen
Die Feier begann mit einem gemeinsamen Einstiegssong, der alle Anwesenden zusammenbrachte und die Atmosphäre für einen besonderen Tag schuf, gefolgt von einem Warm-up, bei dem sich die Teilnehmenden mit persönlichen Erfahrungen von Ausgrenzung auseinandersetzten. Ein besonderes Highlight war die Poetry-Slam-Performance, die sich dem Thema Vielfalt widmete. Eine Schülerin hat zudem ein eigenes Interview-Video erstellt, in dem Schüler:innen und Studierende gemeinsam mit ihren Lehrkräften ihre Gedanken und Erfahrungen zum Thema Vielfalt und Courage teilten. Ein Dialog-Slam gegen Ausgrenzung sowie ein Gedicht über Zusammenhalt rundeten das literarische Programm ab.
Besonders beeindruckend war die Inszenierung mit Videoausschnitten zum Projekt „Inner Power", das 2024 unter der Leitung von Gandhi Chahine und Dirk Schubert am Käthe-Kollwitz-Berufskolleg durchgeführt wurde. In diesem Projekt setzten sich die Schülerinnen und Schüler in geschützten Räumen mit persönlichen Krisen, Diskriminierungserfahrungen und gesellschaftlichen Herausforderungen auseinander. Ziel war es, ihre innere Kraft zu stärken und sie zu ermutigen, selbstbewusst gegen Ausgrenzung einzustehen.
Künstlerische Stimmen gegen Diskriminierung
Den ersten künstlerischen Höhepunkt bildeten die Poetry-Slam-Auftritte von Ayşe Irem und Anwar, die gesellschaftliche Themen wie Zugehörigkeit, Identität und den Umgang mit Diskriminierung auf eindrucksvolle Weise zur Sprache brachten. Gemeinsam regten beide Künstler das Publikum zum Nachdenken an und zeigten die Kraft der Worte im Kampf gegen Ausgrenzung – sowohl auf der Bühne als auch in den sozialen Medien, wo eine ganze Generation für Vielfalt und Courage eintritt.
Gefolgt wurde dies von der Tanzdarbietung von Mohammad Al Haji, genannt Mo, einem Tänzer aus dem Kultopia Hagen. Der 31-Jährige überlebte 2015 einen Bombenangriff in Damaskus, bei dem sein Bein zertrümmert wurde, und floh unter lebensgefährlichen Bedingungen nach Deutschland. Heute tanzt er mit einer selbst gefertigten Prothese auf Bühnen der Region und steht damit für Mut, Überwindung und die Kraft, Hindernisse zu überwinden.
Patin mit besonderer Verbindung zur Schule
Patin des Projekts ist Esra Sarıoğlu, die als Sachgruppenleitung im Fachbereich Jugend und Soziales der Stadt Hagen tätig ist und das Jugendkulturzentrum Kultopia leitet. Ihre Verbindung zum Käthe-Kollwitz-Berufskolleg ist besonders eng: Esra Sarıoğlu war als Schülerin, später dann als Schulsozialarbeiterin an der Käthe tätig und kennt so die Schulgemeinschaft aus eigener Erfahrung. Schulleiterin Bettina Hund betonte, dass es keine bessere Patin für die Käthe geben konnte und freut sich auf viele gemeinsame Veranstaltungen in den kommenden Jahren.
Gemeinsam in eine couragierte Zukunft
Die Veranstaltung endete mit einem gemeinsamen Abschlusssong, der den festlichen Charakter des Tages unterstrich. Bei der abschließenden Reflexion unter dem Motto „Reise in eine couragierte Käthe" konnten alle Teilnehmenden ihre Gedanken und Verpflichtungen symbolisch an einer Wand anbringen – ein sichtbares Zeichen für den gemeinsamen Weg, den die Schulgemeinschaft nun beschreitet.